Black Friday lässt mich schwarzsehen

Riesen sind unliebsame Gäste – sie sind dumm und zertrampeln einem die Blumenbeete. Und leider gilt das nicht nur für die Fantasiewesen, sondern auch FÜR die internationalen Retail-Giganten. 

Nun haben sie etwas im Gepäck, das problematischer nicht sein kann: ein „Shopping Holiday“, der „Nachfrage“ ausschließlich über Dumping-Preise regelt. In den USA hat dieser Tag Tradition. Denn das größte Familienfest ist nicht Weihnachten, sondern Thanksgiving, das jeweils am 3. Donnerstag im November stattfindet. Entsprechend ist der Freitag für viele Amerikaner ein Brückentag und somit ideal zum Einkaufen. Seit den 1950er Jahren ist nun dieser Tag als „Black Friday“ bekannt. 


Warum? Glaubt man der Selbstbeschreibung des Handels ist es der einzige Tag im Jahr, an dem der verarmte Retail schwarze Zahlen schreiben kann. Das ist eine schamlose Schönfärberei, denn das ist reine Mythologie.

Tatsächlich hat der Black Friday seinen Namen seit den Fünfziger Jahren wegen des allgemeinen Chaos, das die Schnäppchenjäger veranstalten. Und es wurde trotz größerer Auswahl und besseren Preisen nicht entspannter, sonder immer extremer wie ein Blick auf die Todesstatistik zeigt. Sie haben richtig gelesen. Allein in den letzten zehn Jahren sind mindestens 10 Menschen ums Leben gekommen und Hunderte wurden verletzt. 

Abgesehen davon ist für mich der Black Friday ein Extrembeispiel dafür, was im Handel schief läuft. Denn Tage wie der Black Friday stehen für das genaue Gegenteil einer ernsthaften, ehrlichen Kundenbindung: Sie verkaufen die Kundschaft über die Namensmythologie hinaus für dumm, und die Käuferinnen und Käufer werden schlichtweg manpuliert. Das wird sich auf Dauer nicht auszahlen, im Gegenteil. Dumping- und Verdummungs-Strategien wie diese lassen mich mittlerweile einfach nur noch schwarzsehen.

Quelle: http://blackfridaydeathcount.com/