Sprechen Sie Sneakers?

Technologie und Sport sind längst zu einer Einheit verschmolzen. Erinnern Sie sich an die Olympischen Spiele in Sydney im Jahr 2000: Die Einführung von Hightech-Schwimmanzügen sorgte für Furore, weil sie die Leistung der Athleten überdurchschnittlich steigerten. Bis 2009 wurden 43 neue Weltrekorde aufgestellt, die ohne die Hightech-Ausrüstung so wohl nie erreicht worden wären – was letztlich zu einem Verbot der Ganzkörperanzüge führte. Die Tragik für alle nachfolgenden Athleten: Trotz Verbot blieben die aufgestellten Rekorde aber gültig. 

Doch auch auf der anderen Seite des Profisports – bei den Fans – ist Technologie inzwischen untrennbar mit dem Sport- und Zubehörkonsum verknüpft. Der Bericht „Die Zukunft des Sports“, der 2016 unter Jeremy Jacobs erschien, belegt, wie wichtig Smartphones und Social Media heute v. a. für die Generation Z sind. 

Die ab Mitte der 1990er Jahre Geborenen folgen einzelnen Sportstars auf Social Media loyaler als deren Teams und sie besuchen Spiele nicht um des Sports willen, sondern um Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Und Generation Z liebt Sportschuhe! Sie wissen genau, wann „ihre“ Stars einen neuen Schuh herausbringen – und reihen ihn noch am Erscheinungstag in ihre Sportschuhsammlung ein. Dabei ist der sekundäre Markt, also das Weiterverkaufen von Sneakers an Freunde oder online, aber genauso lukrativ: Die Financial Times schätzte 2016, dass sich der Wert im Sneakers-Markt allein beim Weiterverkauf auf $1 Milliarde (US) beläuft. 

Ich frage mich, wie attraktiv da der stationäre Handel für die Generation Z ist. Wenn Lifestyle und Identität mehr zählen als die Funktionalität von Sportbekleidung, dann braucht es Marketingstrategien, die die Jungen dort treffen, wo sie „Zuhause“ sind (Facebook, Instagram, Snapchat) und eine Sprache sprechen, die von der Generation Z auch „gehört“ wird. Sprechen Sie Sneakers?  

[Der vollständige Bericht Die Zukunft des Sports kann hier nachgelesen werden.]


Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf SAZsport.