Kiezkicker oder Unicef – Wohin fließt Ihr Geld?

Sparsamkeit ist ein fester Bestandteil der deutschen Kultur. Sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich legen viele einen „Notgroschen“ zur Seite – wer weiß schon, wann die Waschmaschine ihre letzte Ladung gewaschen hat oder ob das Auto in der Toscana liegen bleibt? Dass das deutsche Sparverhalten in Bezug auf die Weltwirtschaft international oft kritisch gesehen wird, ist derzeit Thema der Berliner Ausstellung „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“ im Deutschen Historischen Museum. Doch, auch wenn die Deutschen ihr Geld gern beisammen halten, so sind sie in einem Bereich konstant großzügig: beim Spenden.

Laut Statista’s Bilanz des Helfens 2018 haben im letzten Jahr rund 21 Millionen Menschen in Deutschland 5,2 Milliarden Euro gespendet. Seit Beginn der Erhebung durch den Deutschen Spendenrat 1993 ist dies das drittbeste Ergebnis. Dabei flossen rund 78 % der Spenden in humanitäre Hilfen. Der stärkste Spendenmonat ist traditionell der Dezember – 2017 wurden etwas mehr als eine Milliarde Euro gespendet. Aber auch der Einzelhandel ist laut einer Studie der IHK NRW von 2016 im Bereich soziales Engagement aktiv: Mehr als 70 % der befragten Einzelhändler engagieren sich für ihre Stadt und zählen mit ihren Spenden, Sponsoring, Veranstaltungen oder Einrichtungen oft als wichtiger Geldgeber im Ort. Jeder Einzelhändler investiere jährlich etwa 1.400 – 1.900 Euro, so der Bericht.

Doch nach welchen Kriterien entscheidet man, welche Organisation Sie oder Ihr Unternehmen mit Geld, Sachen oder Zeit unterstützen? Und woher kommt Ihr Antrieb, Ihre Hilfe zuzusagen? Meiner Beobachtung nach gibt es zwei Hauptmotive, die zum Spenden bewegen – und die könnten entgegengesetzter kaum sein: kurzfristiges Prestige und gute PR vs. langfristig Chancen bieten und die Gemeinschaft vor Ort stärken, und zwar unabhängig davon, was man selbst „davon hat“. Erinnern Sie sich an Ihre letzte Spende? Was hat Sie dazu bewegt und wie steht es aktuell um diesen Zweck, diese Organisation?


Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf SAZsport.